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Studien

Veganes Protein so gut wie Whey?Soja und Erbse meist ohne klaren Nachteil

Wie sicher?möglicherweisewenige kleine Versuche, unscharfe Ergebnisse 
Erklärung: Wie sicher?

So lesen wir die Beleglage

Zeigt, wie gut es belegt ist, nicht wie stark es wirkt.

  • gesichertBehörden oder Fachgesellschaften sind sich einig
  • wahrscheinlichviele Studien zeigen in dieselbe Richtung
  • möglicherweiseerste gute Hinweise, aber wenige oder kleine Studien
  • unklardie Forschung weiß es noch nicht
  • 3 Auswertungen vieler Studien
  • größte: über 1.500 Leute
  • 2 Wochen bis 2 Jahre
  • Für: vor allem Trainingsanfänger
  • Bezahlt: Staat, Versuche teils Industrie

Was rauskam

Bei Trainingsanfängern lagen Soja oder Erbse in 3 von 4 Versuchen nicht klar hinter Whey (Molkenprotein); im längsten brachte Whey 1,5 kg mehr fettfreie Masse.

Zuwachs an fettfreier Masse je Versuch

Balkengrafik zu drei Versuchen mit Krafttraining: In 12 Wochen legten die Leute mit Soja im Mittel 1,2 Kilo fettfreie Masse zu, mit Whey 1,5 Kilo. In einem anderen Versuch über 12 Wochen waren es mit Erbse 1,05 Kilo und mit Whey 1,09 Kilo; dort heißt der Wert Muskelmasse. In 9 Monaten waren es mit Soja 1,8 Kilo und mit Whey 3,3 Kilo; nur dieser Unterschied ist klar. Fettfreie Masse ist vor allem Muskeln und Wasser.

vor allem Muskeln und Wasser, mit Krafttraining

12 Wochen (Lynch 2020)

Soja

+1,2 kg

Whey

+1,5 kg

12 Wochen (Singh 2024)

Erbse

+1,05 kg

Whey

+1,09 kg

9 Monate (Volek 2013)

Soja

+1,8 kg

Whey

+3,3 kg

Auch Soja gegen Milchprotein: In 17 Versuchen der größten Auswertung kein klarer Unterschied.

Zuwachs je Gruppe: Lynch et al. 2020 (Tabelle 2, „lean body mass“), Singh et al. 2024 (Tabelle 3, „muscle mass“), Volek et al. 2013 (Abstract, „lean body mass“) · eigene Grafik, Achse ab 0

Die Erbsenstudie bezahlte ein Hersteller von Erbsenprotein, und sie maß Muskelmasse. Nicht gezeigt ist ein Soja-Versuch, in dem alle Gruppen ähnlich zulegten, auch mit Placebo.

Und Reis, Hafer, Kartoffel oder Chia? Möglicherweise schwächer als Milchprotein

Zusammengerechnet aus 5 Versuchen brachten Reis-, Chia- und ein Hafer-Kartoffel-Protein weniger Muskelmasse als Milchprotein. Für jede Sorte allein reichen die Daten nicht.

Und ab 60? Möglicherweise kein klarer Unterschied

Ab 60 fand die größte Auswertung bei der Muskelmasse keinen klaren Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichem Protein. Mit tierischem Protein war die Beinkraft aber etwas größer.

Was heißt das für dich

Willst du pflanzliches Pulver, greif eher zu Soja oder Erbse als zu Reis oder Chia. Nötig ist Pulver laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung im Sportalltag meist nicht: Gut kombiniertes Essen wie Linsen mit Reis reicht.

Was die Forschung nicht zeigt

  • Ob Mischungen mehrerer Pflanzenproteine mehr bringen als eine Sorte.
  • Ob die Pulverversuche auch für rein pflanzliche Ernährung gelten.
  • Ob es bei Fortgeschrittenen genauso ist; meist waren es Anfänger.

13 Quellen · Einordnung vom November 2026

Ausführlich

Was hat die neue Auswertung gefunden?

Forschende aus Brasilien haben 2026 fünf Versuche mit Krafttraining zusammengerechnet. Die Leute waren 18 bis 59 Jahre alt und hatten in den Monaten davor kein geregeltes Krafttraining gemacht. Sie nahmen 8 Wochen bis 9 Monate lang Whey, also Molkenprotein, oder ein Pflanzenprotein. Drei Versuche nutzten Soja, einer Erbse und einer Chia. Ein Röntgen-Körperscan maß die fettfreie Masse, also vor allem Muskeln und Wasser. Ob Knochen mitzählen, hängt von der Messung ab. Einen klaren Unterschied fanden die Forschenden nicht, weder bei der fettfreien Masse noch beim Körperfett. Ihre Rechnung mischt laut unserem Abgleich aber Werte vom Ende der Versuche mit Ausgangswerten. Sie betonen selbst: Das belegt nicht, dass beide gleich gut sind.

Wie viel legten die Leute zu?

In Lynch 2020 schlossen 48 von 61 jungen Erwachsenen die 12 Wochen ab. Ihre fettfreie Masse stieg mit Soja um 1,2 kg, mit Whey um 1,5 kg. Ein klarer Unterschied war das nicht. In Singh 2024 trainierten Erwachsene von 30 bis 59 Jahren 12 Wochen lang. Ihre Muskelmasse, per Körperscan gemessen, wuchs mit Erbse um 1,05 kg, mit Whey um 1,09 kg. Diesen Versuch bezahlte ein Hersteller von Erbsenprotein. Im dritten Soja-Versuch, Mobley 2017, legten alle Gruppen ähnlich an Muskelmasse zu, auch mit Placebo. Der längste Versuch, Volek 2013, lief 9 Monate. Mit Whey legten die Leute dort 3,3 kg fettfreie Masse zu, mit Soja 1,8 kg. Nur dieser Unterschied war klar. Ein weiterer Versuch maß bei 137 jungen Männern die Dicke des Oberarmmuskels. Zwischen Erbse und Whey fand sich kein klarer Unterschied. Auch diesen Versuch bezahlte derselbe Hersteller.

Schneidet tierisches Protein insgesamt besser ab?

Etwas, laut einer Auswertung aus Nordirland von 2025. Sie fasste 30 Versuche mit 1.538 Leuten zur Muskelmasse zusammen. Tierisches Protein brachte etwas mehr Muskelmasse, laut den Autoren ein kleiner Unterschied. Mit Krafttraining war der Vorsprung größer. Ohne Training und bei Leuten ab 60 war er nicht klar. Zwischen Soja- und Milchprotein fand sich in 17 Versuchen kein klarer Unterschied. Reis-, Chia- und ein Hafer-Kartoffel-Protein schnitten in 5 Versuchen zusammen schwächer ab. Für einzelne Sorten lässt sich daraus kein Urteil ableiten, und der einzige Chia-Versuch allein fand keinen klaren Unterschied. Bei der Kraft fand sich insgesamt kein klarer Unterschied, nur ab 60 brachte tierisches Protein etwas mehr Beinkraft.

Warum nur möglicherweise?

Die neue Auswertung stützt sich auf 5 kleine Versuche. Bei 4 davon sehen die Autoren einige Bedenken, dass das Ergebnis verzerrt sein könnte. Die größere Auswertung sah mit Krafttraining einen Vorsprung für tierisches Protein. In diesen Auswertungen gibt es drei Erbsenversuche, zwei davon bezahlte ein Hersteller. Einen Soja-Versuch unterstützten laut Studie zwei Firmen mit Geld und eine mit Zutaten. Wer den längsten Versuch bezahlte, ließ sich nicht klären, denn der Volltext ist nicht frei. Eine ganz pflanzliche Ernährung prüften die Pulverversuche nicht, zwei schlossen vegetarisch oder vegan Essende aus. Kein Versuch mit Krafttraining lief länger als 9 Monate.

Brauche ich überhaupt Pulver?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) meist nicht. Eine Arbeitsgruppe der DGE schrieb 2020 über Protein im Sport. Proteinpräparate hält sie im Sportalltag normalerweise nicht für nötig, weil sich die Mengen mit Lebensmitteln erreichen lassen. Sinnvoll könnten sie bei Unverträglichkeiten, beim Kaloriensparen oder bei besonders hartem oder neuem Training sein. Auch dann sei kein bestimmtes Protein vorzuziehen. Kombiniert man Pflanzenproteine sinnvoll, sieht die Arbeitsgruppe keinen Beleg für einen klaren Vorteil tierischer Proteine. Bei veganer Ernährung zählt die DGE Protein zu den Nährstoffen, die knapp werden können. Getreide und Hülsenfrüchte gezielt zu kombinieren, etwa Linsen mit Reis, hebt laut DGE die Qualität des Proteins.

Ganz genau

Die fünf Versuche der neuen Auswertung

Die fünf Versuche der neuen Auswertung
StudieWer, wie langeErgebnisBezahlt von (laut Studie)
Lynch 2020, Int J Environ Res Public Health (zufällig verteilt, doppelblind)61 junge Erwachsene aufgenommen (19 Männer, 42 Frauen), 18 bis 35 Jahre, mindestens 12 Monate ohne geregeltes Krafttraining, vegetarisch Essende ausgeschlossen; 48 schlossen ab. 12 Wochen Krafttraining 3-mal pro Woche unter Aufsicht. Täglich 26 g Soja-Isolat oder 19 g Whey-Isolat (Molkenprotein), beide mit 2 g Leucin, einer Aminosäure, die den Aufbau von Muskeleiweiß anstößtFettfreie Masse („lean body mass“, Körperscan) +1,2 kg mit Soja, +1,5 kg mit Whey; Fett −0,9 und −0,6 kg (geschätzte Mittelwerte aus dem Modell der Studie). Die Beinkraft stieg in beiden Gruppen. Kein gesicherter Unterschied zwischen den GruppenBezahlt von (laut Studie): Sports, Cardiovascular, and Wellness Nutrition (SCAN) student research grant und ein Forschungsstipendium der Studierendenvertretung der Arizona State University; laut Studie ohne Einfluss auf Planung, Auswertung und Veröffentlichung. Laut Studie keine Interessenkonflikte
Singh 2024, Nutrients (zufällig verteilt, dreifach verblindet)100 Erwachsene von 30 bis 59 Jahren, die kaum Sport trieben und keiner besonderen Kostform wie vegan folgten, in vier Gruppen; der Artikel berichtet nur Erbse und Whey (je 25). 84 Tage Krafttraining: vorgesehen 6 Einheiten pro Woche zu 30 Minuten samt Auf- und Abwärmen, wahlweise 3 zusammengelegte Einheiten zu 50 Minuten. Täglich 20 bis 22,5 g Erbsenprotein oder 20 bis 21,1 g Whey-IsolatMuskelmasse („muscle mass“, Körperscan; ein Nebenziel der Studie, ausgewertet bei den 18 und 17, die sich ans Protokoll hielten) +1,05 kg mit Erbse, +1,09 kg mit Whey; Kraft insgesamt +16,1 und +11,1 %. Kein gesicherter Unterschied zwischen den GruppenBezahlt von (laut Studie): Roquette Canada; das Erbsenprotein stammt laut Studie von Roquette. Laut Studie war der Geldgeber nicht an Datenerhebung, Auswertung und Deutung beteiligt. Interessen (laut Studie): Drei Autorinnen und Autoren sind bei Roquette Frères angestellt, fünf bei KGK Science, wo der Versuch lief
Volek 2013, J Am Coll Nutr (zufällig verteilt)Frauen und Männer ohne Krafttraining, 18 bis 35 Jahre (laut Callegari 2026); 22 mit Kohlenhydraten, 19 mit Whey, 22 mit Soja (laut Abstract). 96 Trainingseinheiten unter Aufsicht, rund 9 Monate. Protein am Tag samt Pulver 1,4 g pro Kilo Körpergewicht in beiden ProteingruppenFettfreie Masse („lean body mass“) +3,3 kg mit Whey, +1,8 kg mit Soja, +2,3 kg mit Kohlenhydraten; Whey gesichert vor Soja und Kohlenhydraten. Fett sank leicht, ohne Unterschied zwischen den GruppenBezahlt von (laut Studie): nicht frei lesbar (Volltext beim Verlag hinter Bezahlschranke; PubMed, Europe PMC und Crossref ohne Angabe zu Geldgebern und Interessen)
Mobley 2017, Nutrients (zufällig verteilt, doppelblind, mit Placebo)75 Männer, im Mittel 21 Jahre, mindestens 6 Monate ohne regelmäßiges Training, in fünf Gruppen: Placebo 15, Leucin 14, Whey-Konzentrat 17, Whey-Hydrolysat 14, Soja-Konzentrat 15. 12 Wochen Krafttraining 3-mal pro Woche, Pulver 2-mal am Tag; die Leucin- und Proteingruppen je Portion rund 3 g Leucin, das Placebo nichtAlle Gruppen, auch Placebo, legten ähnlich an Muskelmasse zu (Muskelmasse des ganzen Körpers, aus dem Körperscan geschätzt; im Mittel +2,2 kg); kein Vorteil durch Protein oder Leucin. Selbst berichtete Gruppenmittel am Ende: mindestens 1,3 g Protein pro Kilo am Tag, Energie 523 bis 758 kcal am Tag mehr als zu Beginn (Tabelle 4)Bezahlt von (laut Studie): Geschenkgelder von Hilmar Ingredients und Bionutritional Research Group an einen Autor (Roberts) für Aufwandsentschädigungen und Material, eingeworben von Lockwood, LLC (in der Studie mit dem Kürzel des Mitautors Lockwood). JW Nutritional spendete laut Danksagung Herstellung, Verpackung, die Zutaten samt Sojaprotein und die Produktanalysen. Laut Studie keine Interessenkonflikte
Zbinden-Foncea 2023, Nutrients (zufällig verteilt, einfach verblindet, mit Placebo)18 junge Männer ohne Erfahrung im Krafttraining, je 6 mit Placebo, Chia-Mehl oder Whey. 8 Wochen Krafttraining 3-mal pro Woche, nach jedem Training 50 g Chia-Mehl (20 g Protein) oder 30 g Whey-Konzentrat (23 g Protein). Sie aßen schon vorher über 1,2 g Protein pro Kilo am TagFettfreie Masse („fat-free mass“, Körperscan) +1,7 kg mit Chia, +1,2 kg mit Whey, +1,5 kg mit Placebo; kein gesicherter UnterschiedBezahlt von (laut Studie): Interne Mittel der Universidad Finis Terrae (Chile) und der Universidad Francisco de Vitoria (Spanien). Laut Studie keine Interessenkonflikte

Die Werte oben stammen aus den Studien selbst. Callegari 2026 kündigt im Methodenteil an, Veränderungen zu vergleichen. Ihre Abbildung 2 führt laut unserem Abgleich je Gruppe den Stand am Ende in Kilo (Lynch Woche 12, Singh Tag 84, Zbinden-Foncea nach 8 Wochen). Für Mobley 2017 stehen in Abbildung 2 je Gruppe 59,0 kg, wie in Mobleys Tabelle der Ausgangswerte. Ihre Tabelle 1 nennt für den Chia-Versuch 80 Teilnehmende, der Versuch selbst 18.

Auswertungen vieler Studien

Auswertungen vieler Studien
StudieWer, wie langeErgebnisBezahlt von (laut Studie)
Callegari 2026, J Int Soc Sports Nutr (systematische Übersicht mit Meta-Analyse, vorab registriert)5 Versuche mit Leuten von 18 bis 59 Jahren ohne Krafttraining zu Beginn, Krafttraining 8 Wochen bis 9 Monate, Körperscan. In Abbildung 2 angesetzt: 88 mit Pflanzen- und 93 mit Whey-Protein; darin Volek mit 19 (Pflanze) und 22 (Whey), laut Abstract umgekehrt (Whey 19, Soja 22). Gesucht in drei DatenbankenKein gesicherter Unterschied, weder bei der fettfreien Masse noch beim Fett. Berichtet mit Pflanzenprotein: fettfreie Masse −0,35 kg (statistische Spanne −2,46 bis 1,76), Fett −0,21 kg (−2,31 bis 1,90). Laut unserem Abgleich stehen in den Abbildungen Werte vom Ende der Versuche, bei Mobley die Ausgangswerte, beim Fett für Lynch die Werte aus Woche 6; der Methodenteil kündigt Veränderungen an. Darum nennt parelo diese Zahlen nicht als Ergebnis. Keine statistische Streuung zwischen den Versuchen geschätzt (I² 0 %). Verzerrungsrisiko bei 4 Versuchen mit „einigen Bedenken“, bei Lynch 2020 niedrig. Die Autoren sehen keinen Beleg für Gleichwertigkeit, weil die Versuche wenige und die Spannen breit sindBezahlt von (laut Studie): Brasilianische Forschungsförderung: Conselho Nacional de Desenvolvimento Científico e Tecnológico (CNPq) und Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior (CAPES). Laut Studie keine Interessenkonflikte
Reid-McCann 2025, Nutr Rev (systematische Übersicht mit Meta-Analyse, vorab registriert)43 Versuche mit Erwachsenen, 30 davon zur Muskelmasse zusammengerechnet (1.538 Leute); 4 Wochen bis 2 Jahre; 10 Versuche mit Älteren, 16 mit Krafttraining; Pulver, Ersatzmahlzeiten und ganze Kostformen. Muskelmasse heißt hier fettfreie Masse, Muskelquerschnitt und ähnliche MaßeMuskelmasse mit tierischem Protein etwas höher: standardisierte Differenz −0,20 (−0,37 bis −0,03) zulasten von Pflanzenprotein; ein Maß ohne Einheit, 0,2 gilt den Autoren als klein, 0,5 als mittel. Soja gegen Milch, 17 Versuche: −0,02 (−0,20 bis 0,16), kein gesicherter Unterschied. Reis, Chia und ein Hafer-Kartoffel-Protein, 5 Versuche zusammen: −0,58 (−1,06 bis −0,09); je Sorte laut Autoren nicht trennbar. Stärker pflanzenbetonte Kost, darunter vegane, 7 Versuche: −0,51 (−0,91 bis −0,11). Mit Krafttraining −0,45 (−0,85 bis −0,05), ohne −0,10 (−0,27 bis 0,08). Unter 60: −0,28 (−0,50 bis −0,06; Ergebnisteil, das Abstract nennt −0,20); ab 60: −0,05 (−0,32 bis 0,23). Kraft insgesamt ohne gesicherten Unterschied, Beinkraft ab 60: −0,38 (−0,71 bis −0,05). Keine Bewertung der Gewissheit nach GRADE; 27 von 43 Versuchen mit einigen Bedenken zum VerzerrungsrisikoBezahlt von (laut Studie): Northern Ireland Department for the Economy (Promotionsförderung von Reid-McCann). Laut Studie keine Interessenkonflikte
Lim 2021, Nutrients (systematische Übersicht mit Meta-Analyse; Zeitschrift von MDPI)18 Versuche, 16 zusammengerechnet; 2 Wochen bis 2 Jahre; tierisches gegen pflanzliches Protein als Pulver oder Kost; 11 mit KrafttrainingFettfreie Masse in Kilo +0,22 kg mit tierischem Protein, nicht gesichert (−0,02 bis 0,46). Anteil fettfreier Masse am Körpergewicht +0,50 Prozentpunkte (0,05 bis 0,95). Unter 50 Jahren +0,41 kg (0,08 bis 0,74). Beide Gesamtergebnisse zur fettfreien Masse laut Autoren nicht stabil, wenn einzelne Studien wegfielen; die Kraftergebnisse stabil. Kraft insgesamt ohne gesicherten Unterschied; unter 50 Jahren Kniestreckkraft mit tierischem Protein höher (+12,00 Nm; 2,04 bis 21,96)Bezahlt von (laut Studie): National University of Singapore und deren Mind Science Centre. Laut Studie keine Interessenkonflikte

Weitere Versuche mit Erbse

Weitere Versuche mit Erbse
StudieWer, wie langeErgebnisBezahlt von (laut Studie)
Babault 2015, J Int Soc Sports Nutr (zufällig verteilt, doppelblind, mit Placebo)161 Männer von 18 bis 35 Jahren ohne Krafttraining in den 6 Monaten davor aufgenommen: 53 Erbse, 54 Whey, 54 Placebo; ausgewertet 137 (47, 46, 44). 12 Wochen Training der Arme, 2-mal am Tag 25 g Protein oder PlaceboDie Dicke des Oberarmmuskels (Ultraschall) stieg in allen Gruppen, zwischen den Gruppen nur ein Trend (P = 0,09). Bei den anfangs Schwächsten (68 Leute, Maximalgewicht zu Beginn unter 25 kg) Erbse gesichert vor Placebo; zwischen Erbse und Whey kein Unterschied. Nicht in der neuen Auswertung, sie nahm nur Versuche mit KörperscanBezahlt von (laut Studie): Roquette; das Erbsenprotein stammt laut Studie von Roquette. Laut Studie ohne Einfluss auf Planung, Datenerhebung, Auswertung und Manuskript. Interessen (laut Studie): Drei Autorinnen und Autoren sind beim Geldgeber angestellt
Banaszek 2019, Sports (zufällig verteilt, doppelblind; Pilotstudie; Zeitschrift von MDPI)15 Trainierte (8 Männer, 7 Frauen), im Mittel rund 39 Jahre, seit mindestens 6 Monaten 3-mal pro Woche in hochintensivem funktionellem Training. 8 Wochen, 4 Einheiten pro Woche, 2-mal täglich 24 g Whey oder Erbsenprotein. Gruppen laut Abstract 8 und 7, laut Methodenteil 7 und 8Weder Körperzusammensetzung (Körperfettwaage) noch Muskeldicke des Oberschenkels (Ultraschall) änderten sich durch das Training gesichert. Die Maximalkraft stieg in beiden Gruppen, kein Unterschied zwischen Whey und Erbse. Die Autoren nennen die kleine Zahl der Teilnehmenden eine klare GrenzeBezahlt von (laut Studie): Laut Studie ohne Geld von außen. Interessen (laut Studie): Eine Autorin (Banaszek) wurde nach Datenerhebung und Auswertung Mitinhaberin von CrossFit West Nashville

Warum Pflanzenprotein anders abschneiden könnte

Pflanzliche und tierische Proteine unterscheiden sich laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihren Aminosäuren, den Bausteinen von Eiweiß, und darin, wie gut der Körper sie aufnimmt. Tierische Proteine enthalten in der Regel alle unentbehrlichen Aminosäuren in ausreichender Menge, pflanzliche häufig nicht. Hülsenfrüchte wie Soja haben wenig Methionin und Cystein, Getreide wenig Lysin. Whey gilt laut Callegari 2026 oft als das wirksamste Pulver für den Aufbau von Muskeleiweiß, vor allem wegen seines hohen Gehalts an Leucin. Lynch 2020 gab deshalb von Soja mehr Pulver, damit beide Gruppen gleich viel Leucin bekamen. Reid-McCann 2025 erklärt das Abschneiden von Soja mit Aminosäuren ähnlich wie bei Milch; die meisten Versuche nutzten Soja-Isolat oder -Konzentrat. Warum Reis-, Chia- und das Hafer-Kartoffel-Protein zusammen schwächer abschnitten, ist laut den Autoren unklar.

Was dagegen spricht

Die stärkste Gegenstimme ist die größere Auswertung von Reid-McCann 2025. Dort brachte tierisches Protein insgesamt etwas mehr Muskelmasse, mit Krafttraining mehr als ohne; die Autoren nennen den Vorsprung mit Training klein bis mittel. Wer stärker pflanzenbetont aß, darunter vegan, hatte in 7 Versuchen weniger Muskelmasse als mit einer Kost mit mehr tierischem Protein. Der längste Versuch mit Krafttraining, Volek 2013, fand nach 9 Monaten mit Whey 1,5 kg mehr Zuwachs an fettfreier Masse als mit Soja. Lim 2021, in einer Zeitschrift von MDPI, fand insgesamt keinen gesicherten Unterschied in Kilo, aber 0,41 kg mehr fettfreie Masse mit tierischem Protein bei Leuten unter 50 Jahren. Die Gesamtergebnisse zur fettfreien Masse waren laut den Autoren nicht stabil, wenn einzelne Studien wegfielen. Die neue Auswertung umfasst nur 5 Versuche, und ihre zusammengerechnete Zahl lässt sich nicht als Zuwachs lesen. Zwei der drei Erbsenversuche in diesen Auswertungen bezahlte derselbe Hersteller von Erbsenprotein; der dritte, Banaszek 2019 mit 15 Trainierten über 8 Wochen, lief laut Studie ohne Geld von außen.

Was deutsche Stellen sagen

Die Arbeitsgruppe Sporternährung der DGE schreibt 2020, wer unvollständige Proteine isst, solle Lebensmittel so kombinieren, dass alle Aminosäuren vorkommen; das genüge über den Tag verteilt. Unter dieser Bedingung gebe es derzeit keine Evidenz, dass tierische Proteine einen eindeutigen Vorteil gegenüber pflanzlichen bieten. Am besten sei wahrscheinlich eine Mischung verschiedener Proteine. Im Ernährungsalltag von Sportlerinnen und Sportlern gebe es keinen physiologischen Grund, warum die Proteinzufuhr durch Präparate ergänzt werden müsste; auch die Empfehlungen für Protein vor oder nach dem Training ließen sich mit passend zusammengestellten Lebensmitteln erreichen. Nur bei Unverträglichkeiten, beim Kaloriensparen oder bei besonders intensivem oder neuem Training könnten Präparate sinnvoll sein. Auch dann sei kein bestimmtes Protein vorzuziehen. In ihren Fragen und Antworten zur veganen Ernährung (Stand 18.09.2026) zählt die DGE Protein zu den potenziell kritischen Nährstoffen, weil unklar sei, ob vegan in allen Altersgruppen genug unentbehrliche Aminosäuren ankommen. Gezielt kombiniert, etwa Linsen mit Reis oder Erbseneintopf mit Brot, steige die Proteinqualität.

the current evidence is insufficient to establish physiological equivalence

Callegari et al. 2026, Key points · CC BY 4.0

Quellen

Studien

  1. Lynch HM et al., Int J Environ Res Public Health 2020;17(11):3871 · doi.org/10.3390/ijerph17113871 · CC BY 4.0 · Volltext
  2. Singh RG et al., Nutrients 2024;16(13):2017 · doi.org/10.3390/nu16132017 · CC BY 4.0 · Volltext
  3. Volek JS et al., J Am Coll Nutr 2013;32(2):122–135 · doi.org/10.1080/07315724.2013.793580 · Verlag · Abstract
  4. Mobley CB et al., Nutrients 2017;9(9):972 · doi.org/10.3390/nu9090972 · CC BY 4.0 · Volltext
  5. Zbinden-Foncea H et al., Nutrients 2023;15(6):1365 · doi.org/10.3390/nu15061365 · CC BY 4.0 · Volltext
  6. Babault N et al., J Int Soc Sports Nutr 2015;12(1):3 · doi.org/10.1186/s12970-014-0064-5 · CC BY 4.0 · Volltext
  7. Banaszek A et al., Sports 2019;7(1):12 · doi.org/10.3390/sports7010012 · CC BY 4.0 · Volltext

Übersichten und Meta-Analysen

  1. Callegari IOM, Silva GM, Oliveira AG, J Int Soc Sports Nutr 2026;23(1):2752317 · doi.org/10.1080/15502783.2026.2752317 · CC BY 4.0 · Volltext
  2. Reid-McCann RJ et al., Effect of Plant Versus Animal Protein on Muscle Mass, Strength, Physical Performance, and Sarcopenia: A Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Nutr Rev 2025;83(7):e1581–e1603 · doi.org/10.1093/nutrit/nuae200 · CC BY 4.0 · Volltext
  3. Lim MT et al., Nutrients 2021;13(2):661 · doi.org/10.3390/nu13020661 · CC BY 4.0 · Volltext

Fachgesellschaften

  1. König D, Carlsohn A, Braun H et al. für die Arbeitsgruppe Sporternährung der DGE: Proteinzufuhr im Sport. Ernährungs Umschau 2020;67(7):M406–M413 · doi.org/10.4455/eu.2020.039 · Verlag · Volltext
  2. DGE, FAQ zur veganen Ernährung, letzte Änderung 18.09.2026 · www.dge.de · Webseite der DGE · Volltext
  3. DGE, FAQ Protein und unentbehrliche Aminosäuren, letzte Änderung 10.09.2025 · www.dge.de · Webseite der DGE · Volltext

Versionen: 04.11.2026: erste Fassung · 05.11.2026: verständlicher formuliert: Titel, Suchtexte und Texte neu, Inhalt gleich

Diese Zusammenfassung ist keine Ernährungs- oder Gesundheitsberatung.

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